Padel weltweit: 58.000 Plätze, 19 Mio. Spieler
Der weltweite Padel-Boom setzt sich 2025 mit unverminderter Kraft fort. Laut dem jüngsten Bericht von Playtomic und Strategy& stehen inzwischen 58.334 Plätze auf der Welt zur Verfügung. Allein im vergangenen Jahr entstanden knapp 8.000 neue Courts, dazu rund 5.000 frisch eröffnete Clubs. Damit hat sich der Sport von einer Nischenbewegung zu einer global strukturierten Branche entwickelt, in der sportliche Praxis, Immobilien, Technologie und Investitionslogik eng verzahnt sind.
Der „2026 Global Padel Report“ beziffert die Zahl der aktiven Spielerinnen und Spieler auf 19,4 Millionen, davon mehr als 850.000 mit Fédérationsschein. Die Autoren betonen, dass diese Schätzung bewusst konservativ ausfällt und mehrere Datenquellen gegen die höheren Angaben der FIP abwägt. Für Betreiber, Verbände und Investoren liefert das Papier damit eine belastbare Grundlage, um Nachfrage, Auslastung und Expansionsrisiken zu vergleichen.
Auch die Schätzung von 19,4 Millionen aktiven Spielerinnen und Spielern unterstreicht, dass Padel längst Massencharakter erreicht hat, ohne dass jede Region bereits die gleiche Infrastrukturdichte wie Spanien aufweist. Genau diese Lücke treibt die aktuelle Investitionswelle in Europa und Asien an.
Wachstum verteilt sich über alle Kontinente
2025 markiert eine neue Stufe der geografischen Verbreitung. Spanien bleibt das historische Zentrum, doch die Dynamik kommt längst nicht mehr nur aus Südeuropa. Frankreich lieferte 2025 den größten Beitrag an neu gebauten Plätzen und gilt damit als einer der wichtigsten Treiber der weltweiten Expansion.
Weitere Regionen ziehen nach. Indonesien verzeichnete im Jahresverlauf etwa 800 zusätzliche Courts. In Lateinamerika treiben Mexiko und Brasilien das Wachstum, in Afrika dominiert Südafrika die Entwicklung, während Irland trotz kleiner Ausgangsbasis überdurchschnittlich zulegt. Seit 2016 hat sich die globale Platzkapazität vervielfacht: Die Zahl der Anlagen ist in diesem Zeitraum etwa sechsmal so hoch wie zuvor.
Fünf Markt-Archetypen strukturieren die Branche
Ein zentrales Element des Reports ist die Einteilung nationaler Märkte in fünf Entwicklungsprofile. Damit lassen sich Unterschiede bei Nachfrage, Investitionsdruck und Ertragsmodellen systematisch beschreiben, statt einzelne Länder isoliert zu betrachten.
Padel Heartlands: Reife statt Flächenboom
Zu den „Padel Heartlands“ zählen historisch gewachsene Märkte wie Spanien, Italien, Portugal und Argentinien. Hier existiert ein dichtes Club-Netz, eine etablierte Spielkultur und konstante Nachfrage. Das Wachstum verschiebt sich weg von massiven Neubauwellen hin zu Monetarisierung, Professionalisierung, Multisite-Ketten und Premium-Formaten. Spanien bleibt Referenzmarkt: Je nach Region kommen zwischen 14 und 37 Plätze auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Sweet Spot: Frankreich im ausgewogenen Gleichgewicht
Frankreich wird dem Profil „Sweet Spot“ zugeordnet – Märkte, in denen Angebot und Nachfrage synchron wachsen, Auslastungen hoch bleiben und Investitionen diszipliniert erfolgen. Playtomic sieht das Land aus der früheren Hotspot-Phase in eine reifere Entwicklung übergegangen. Hervorgehoben werden eine starke Nachfrageintensität, überdurchschnittliche Belegungsquoten, flächendeckende Expansion und der Ausbau reiner Padel-Clubs ebenso wie die Integration in Tennisanlagen.
Besonders aktiv bleibt der Süden Frankreichs. Einzelne Standorte erreichen laut Bericht bis zu neun bis zehn Spielstunden pro Tag und Court – ein Wert, der die wirtschaftliche Attraktivität der Anlagen unterstreicht und gleichzeitig Planungsdruck auf Nachverdichtung und Servicequalität erzeugt.
Vereinigtes Königreich und Deutschland als neue Hotspots
Die aktuell explosivsten Märkte liegen laut Report im Vereinigten Königreich und in Deutschland. Großbritannien gilt als „Hotspot getragen von der Nachfrage“. Die Kennzahlen illustrieren den Engpass: In Spitzenzeiten liegt die durchschnittliche Auslastung bei rund 85 Prozent, und fast die Hälfte der Spielerinnen und Spieler berichtet von Schwierigkeiten bei der Platzbuchung.
Für Deutschland beschreibt der Bericht ein vergleichbares Momentum mit stark wachsender Nachfrage und hohem Investitionsinteresse. Beide Länder stehen damit exemplarisch für Märkte, in denen der Zugang zu Courts noch hinter dem Interesse zurückbleibt – ein Signal für Betreiber, aber auch für Kommunen und Projektentwickler, die Kapazitäten priorisieren müssen.
Dass Playtomic und Strategy& ihre Marktanalyse in fünf Archetypen fassen, hilft Investoren, Fehlallokationen zu vermeiden. In Heartlands geht es um Effizienz und Premium-Erlebnisse, im Sweet Spot um ausgewogene Skalierung, in Hotspots um schnelle Kapazitätserweiterung, solange die Nachfrage die Preise trägt. Wer diese Logik ignoriert, riskiert leerstehende Courts oder überlastete Buchungssysteme.
Die hohen Auslastungen in Frankreich und Großbritannien zeigen zugleich, wie stark digitale Reservierung und Community-Features den Betrieb prägen. Clubs, die Daten zu Spielzeiten, Mitgliedschaften und Zusatzumsätzen auswerten, können Nachfragespitzen besser steuern und Trainerkapazitäten gezielt einplanen. Für die FIP und nationale Verbände bleibt die Herausforderung, die wachsende Breitenszene mit verlässlichen Lizenz- und Turnierformaten zu verbinden, ohne die Dynamik der freien Platzmärkte zu bremsen.
Was die Zahlen für Clubs und Betreiber bedeuten
Die Kombination aus fast 8.000 Neubauten pro Jahr und 5.000 Club-Eröffnungen zeigt, dass Padel längst ein Infrastrukturgeschäft ist. Erfolgreiche Modelle kombinieren Court-Design, Buchungssoftware, Mitgliedschaftslogik und Zusatzangebote. In reifen Märkten rücken Auslastungsmanagement und Umsatz pro Quadratmeter in den Vordergrund, während junge Märkte vor allem Flächengewinn und Erreichbarkeit suchen.
Für Spielerinnen und Spieler bedeutet der Trend mehr Zugang, aber auch stärkere Konkurrenz um Prime-Time-Slots. Verbände profitieren von wachsender Fédérationssportlerschaft, müssen jedoch Datenqualität und Vergleichbarkeit zwischen Regionen sichern. Der Report macht deutlich: Padel ist 2025 nicht mehr nur Sportmode, sondern ein global vernetztes Ökosystem mit klaren regionalen Spielregeln.